Story

Laura und Jon, ein modernes Märchen in New York?
Welche Hindernisse werden sich den beiden in die Wege stellen? Ich hoffe ihr begleitet mich auf einer spannenden Reise und teilt mir eure Gedanken mit.

Montag, 5. November 2012

Kapitel 7



Nach einem anstrengenden Schultag war Laura gerade damit fertig geworden ihre Tasche zusammenzupacken als ihr Handy läutete. Sie kramte schnell in der blauen Umhängetasche nach ihrem Telefon um dann enttäuscht festzustellen, dass ihre Mum am Telefon war.

Was hast du erwartet? Oder vielmehr wen hast du erwartet?

„Hey Mum, yep alles ok, nein bei uns ist das Wetter schön, ……. ja natürlich vermisse ich euch auch, aber ist ja nicht mehr so lange bis Weihnachten und dann komm ich ja zu Besuch. Ja Mum, mach ich, ok, ich muss Schluss machen, ich bin total in Eile, ja …. liebe Grüße an alle und bis bald.“

Lauras Mum ließ es sich nicht nehmen ihre Tochter mindestens drei Mal in der Woche anzurufen. Nur weil du weit weg bist, heißt das nicht, dass unser Kontakt gleich ganz abbrechen musste, hatte sie beim Verabschieden am Flughaften theatralisch gemeint. Und sie hielt ihr Wort. Spätestens jeden zweiten Tag rief sie an oder schickte zumindest eine SMS.

Ok, Pflichttelefonat mit Mum erledigt, was fange ich mit dem angebrochenen Nachmittag noch an?

Während Laura überlegte ging sie zurück in Richtung U-Bahn Station. Dabei kam sie an einer Footlocker-Filiale vorbei. Obwohl sie an dem Geschäft jeden Tag zweimal vorbeiging hatte sie sich drinnen noch nie genauer umgeschaut. Heute aber blieb sie vor dem Geschäft stehen und schaute sich die Auslagen an. Neben jeder Menge verschiedenen Sportschuhen waren dort auch sehr coole Laufklamotten zu sehen. Besonders ein Outfit in orange und pink hatte es ihr angetan. Spontan beschloss sie in den Shop zu gehen um das Outfit genauer anzuschauen und eventuell auch anzuprobieren.

Gute 20 Minuten später verließ sie den Shop 140 $ leichter dafür aber mit einem echt süßen Laufoutfit. Das Top und die Hose waren zwar nicht gerade günstig gewesen aber schließlich hatte sie erst letztens in einer Fitnesszeitschrift gelesen, dass man sich ab und an mit etwas Tollem belohnen sollte um die Motivation am Training zu erhalten.

Kein Grund ein schlechtes Gewissen zu haben. Schließlich muss man sich auch in seinem Laufoutfit wohlfühlen und eine gute Figur machen.

Beschwingt von ihrem Einkauf machte Laura sich auf den Nachhauseweg. Das Wetter war noch recht warm und sonnig, eigentlich sprach nichts dagegen gleich heute noch zu laufen.

Nichts, außer der Tatsache, dass du nicht alleine laufen willst. Ruf ihn an und frag ihn, schließlich hat ER vorgeschlagen gemeinsam zu joggen.

Laura erstellte gedanklich eine Plus/Minusliste, eine Angewohnheit die sie schon seit Ewigkeiten hatte und die ihr bei so manch einer schwierigen Entscheidung geholfen hatte. Normalerweise machte sie derartige Listen wirklich mit Bleistift und Papier, jetzt aber erstellte sie die Liste nur in ihrem Kopf.

Du willst ihn sehen (+). Keinesfalls willst du aufdringlich sein (-). Er hat den Vorschlag gemacht (+). Darum sollte auch er sich jetzt nochmals melden (-). Wo steht geschrieben, dass immer der Mann sich melden muss (+).

Laura überlegte hin und her als eine weitere Tatsache sie zu beschäftigen begann. Bis jetzt hatte sie versucht diese Tatsache komplett zu ignorieren aber letztendlich musste sie wohl auch diesen „Punkt“ berücksichtigen.

Er ist verheiratet (-). Andererseits gibt es wohl kein Gesetz, dass verheirateten Männern verbietet gemeinsam mit unverheirateten Frauen Sport zu betreiben (+).

Bei all den Dingen, die in ihrem Kopf herumschwirrten, war ihr gar nicht aufgefallen, wie schnell die Zeit vergangen war. Sie war so sehr in Gedanken gewesen, dass sie wie in Trance in ihrer Wohnung angekommen war. Schnell drehte sie ihren Wohnungsschlüssel um, ging hinein und stellte ihre Tasche ab.

Noch bevor sie es sich anders überlegen konnte nahm sie ihr Handy, suchte Jons Nummer und drückte auf die grüne Taste. Sofort begann ihr Herz schneller zu schlagen und sie konnte ihren Pulsschlag deutlich spüren. Eine gefühlte Ewigkeit später hörte sie das Freizeichen. Plötzlich wusste sie nicht mehr was sie sich wünschen sollte. Einerseits wollte sie natürlich mit ihm reden andererseits hoffte sie Jon nicht zu erreichen.

Noch immer hörte sie tüt – tüt und schließlich eine blecherne Stimme die ihr verriet, dass sie in seiner Mobilbox gelandet war. Enttäuscht legte sie auf und ließ sich auf den Boden sinken.

Die ganze Aufregung völlig umsonst.

Laura legte enttäuscht wieder auf, ging zum Kühlschrank und nahm sich eine Flasche Wasser heraus. Noch bevor sie einen Schluck nahm drückte sie die kühle Plastikflasche gegen ihr von der Aufregung heißes Gesicht.

Ein paar Minuten später hatte sich die Anspannung gerade wieder gelegt und Laura redete sich ein, dass es sowieso eine blöde Idee gewesen war ihn anzurufen. Sie nahm gerade den ersten Schluck Wasser und wollte ihr Handy weglegen als dieses anfing zu läuten. Sofort spürte sie wieder wie ihr Körper sich verkrampfte. Instinktiv wusste sie wer anrief. Zögernd nahm sie das Telefon, räusperte sich und hob ab.

4 Kommentare:

  1. dass du immer dann aufhören musst, wenn's gerade wieder so spannend wird *grr*

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  2. Hallo,

    lass mich bitte nicht zu lange warten *zwinker*.

    Lg
    Ilona

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    1. Kommt sofort .... Wie könnte ich dir nachdem du immer so brav kommentierst auch einen Wunsch abschlagen ;-)
      Viel Spaß!

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