Nach einem anstrengenden Schultag war Laura gerade
damit fertig geworden ihre Tasche zusammenzupacken als ihr Handy läutete. Sie
kramte schnell in der blauen Umhängetasche nach ihrem Telefon um dann
enttäuscht festzustellen, dass ihre Mum am Telefon war.
Was hast du
erwartet? Oder vielmehr wen hast du erwartet?
„Hey Mum, yep alles ok, nein bei uns ist das Wetter
schön, ……. ja natürlich vermisse ich euch auch, aber ist ja nicht mehr so lange
bis Weihnachten und dann komm ich ja zu Besuch. Ja Mum, mach ich, ok, ich muss
Schluss machen, ich bin total in Eile, ja …. liebe Grüße an alle und bis bald.“
Lauras Mum ließ es sich nicht nehmen ihre Tochter
mindestens drei Mal in der Woche anzurufen. Nur weil du weit weg bist, heißt
das nicht, dass unser Kontakt gleich ganz abbrechen musste, hatte sie beim
Verabschieden am Flughaften theatralisch gemeint. Und sie hielt ihr Wort.
Spätestens jeden zweiten Tag rief sie an oder schickte zumindest eine SMS.
Ok,
Pflichttelefonat mit Mum erledigt, was fange ich mit dem angebrochenen
Nachmittag noch an?
Während Laura überlegte ging sie zurück in Richtung
U-Bahn Station. Dabei kam sie an einer Footlocker-Filiale vorbei. Obwohl sie an
dem Geschäft jeden Tag zweimal vorbeiging hatte sie sich drinnen noch nie
genauer umgeschaut. Heute aber blieb sie vor dem Geschäft stehen und schaute
sich die Auslagen an. Neben jeder Menge verschiedenen Sportschuhen waren dort
auch sehr coole Laufklamotten zu sehen. Besonders ein Outfit in orange und pink
hatte es ihr angetan. Spontan beschloss sie in den Shop zu gehen um das Outfit
genauer anzuschauen und eventuell auch anzuprobieren.
Gute 20 Minuten später verließ sie den Shop 140 $
leichter dafür aber mit einem echt süßen Laufoutfit. Das Top und die Hose waren
zwar nicht gerade günstig gewesen aber schließlich hatte sie erst letztens in
einer Fitnesszeitschrift gelesen, dass man sich ab und an mit etwas Tollem
belohnen sollte um die Motivation am Training zu erhalten.
Kein Grund ein
schlechtes Gewissen zu haben. Schließlich muss man sich auch in seinem
Laufoutfit wohlfühlen und eine gute Figur machen.
Beschwingt von ihrem Einkauf machte Laura sich auf den
Nachhauseweg. Das Wetter war noch recht warm und sonnig, eigentlich sprach
nichts dagegen gleich heute noch zu laufen.
Nichts, außer der
Tatsache, dass du nicht alleine laufen willst. Ruf ihn an und frag ihn,
schließlich hat ER vorgeschlagen gemeinsam zu joggen.
Laura erstellte gedanklich eine Plus/Minusliste, eine
Angewohnheit die sie schon seit Ewigkeiten hatte und die ihr bei so manch einer
schwierigen Entscheidung geholfen hatte. Normalerweise machte sie derartige
Listen wirklich mit Bleistift und Papier, jetzt aber erstellte sie die Liste
nur in ihrem Kopf.
Du willst ihn sehen
(+). Keinesfalls willst du aufdringlich sein (-). Er hat den Vorschlag gemacht
(+). Darum sollte auch er sich jetzt nochmals melden (-). Wo steht geschrieben,
dass immer der Mann sich melden muss (+).
Laura überlegte hin und her als eine weitere Tatsache
sie zu beschäftigen begann. Bis jetzt hatte sie versucht diese Tatsache
komplett zu ignorieren aber letztendlich musste sie wohl auch diesen „Punkt“
berücksichtigen.
Er ist verheiratet
(-). Andererseits gibt es wohl kein Gesetz, dass verheirateten Männern
verbietet gemeinsam mit unverheirateten Frauen Sport zu betreiben (+).
Bei all den Dingen, die in ihrem Kopf herumschwirrten,
war ihr gar nicht aufgefallen, wie schnell die Zeit vergangen war. Sie war so
sehr in Gedanken gewesen, dass sie wie in Trance in ihrer Wohnung angekommen
war. Schnell drehte sie ihren Wohnungsschlüssel um, ging hinein und stellte
ihre Tasche ab.
Noch bevor sie es sich anders überlegen konnte nahm sie
ihr Handy, suchte Jons Nummer und drückte auf die grüne Taste. Sofort begann
ihr Herz schneller zu schlagen und sie konnte ihren Pulsschlag deutlich spüren.
Eine gefühlte Ewigkeit später hörte sie das Freizeichen. Plötzlich wusste sie
nicht mehr was sie sich wünschen sollte. Einerseits wollte sie natürlich mit
ihm reden andererseits hoffte sie Jon nicht zu erreichen.
Noch immer hörte sie tüt – tüt und schließlich eine
blecherne Stimme die ihr verriet, dass sie in seiner Mobilbox gelandet war.
Enttäuscht legte sie auf und ließ sich auf den Boden sinken.
Die ganze Aufregung
völlig umsonst.
Laura legte enttäuscht wieder auf, ging zum Kühlschrank
und nahm sich eine Flasche Wasser heraus. Noch bevor sie einen Schluck nahm
drückte sie die kühle Plastikflasche gegen ihr von der Aufregung heißes
Gesicht.
Ein paar Minuten später hatte sich die Anspannung
gerade wieder gelegt und Laura redete sich ein, dass es sowieso eine blöde Idee
gewesen war ihn anzurufen. Sie nahm gerade den ersten Schluck Wasser und wollte
ihr Handy weglegen als dieses anfing zu läuten. Sofort spürte sie wieder wie
ihr Körper sich verkrampfte. Instinktiv wusste sie wer anrief. Zögernd nahm sie
das Telefon, räusperte sich und hob ab.
dass du immer dann aufhören musst, wenn's gerade wieder so spannend wird *grr*
AntwortenLöschenHallo,
AntwortenLöschenlass mich bitte nicht zu lange warten *zwinker*.
Lg
Ilona
Kommt sofort .... Wie könnte ich dir nachdem du immer so brav kommentierst auch einen Wunsch abschlagen ;-)
LöschenViel Spaß!
Du bist die Beste!
Löschen