Am nächsten Tag gönnte
sich Laura den Luxus sich richtig auszuschlafen. Das war auch bitter notwendig,
hatte sie doch gestern ein paar Gläser mehr getrunken. Als sie schließlich
aufwachte war es knapp 10:00 vorbei.
Ein kurzer Blick aus dem
Fenster zeigte Laura, dass sie bis jetzt offensichtlich nichts versäumt hatte.
Es regnete in Strömen. Damit waren ihre Pläne für den heutigen Tag durchkreuzt.
Samstagvormittag ging
Laura normalerweise immer Laufen. Da sie unter der Woche ihr Training leider
nur zu oft vernachlässigte war der Samstag oft der erste Tag in der Woche an
dem sie es schaffte eine Runde zu laufen.
Vielleicht
wird es noch besser. Laufen kann ich ja auch noch später gehen.
Laura machte sich erst mal
einen Kaffee und schaltete ihr Notebook ein. Ein weiterer Fixpunkt an ihren
Samstagen in New York war es mit Anna zu Skypen. Früher in Österreich hatten
sich die beiden oft an Samstagen zum Brunch getroffen und dabei stundenlang
über Gott und die Welt geredet.
Dank der Zeitumstellung
war an Skypen zwar noch nicht zu denken aber Laura konnte ja in der
Zwischenzeit ihre Mails checken und ein bisschen im Internet surfen.
Nachdem ihr Computer
hochgefahren war klickte Laura schnell auf das Mail-Symbol und staunte nicht
schlecht als sie 43 neue Nachrichten sah. Es stellte sich jedoch bald heraus,
dass das meiste weitergeleitete Mails von ihrer Schule waren und nur die
wenigsten Mails betrafen sie wirklich.
Außerdem hatten ihr noch
zwei alte Freundinnen sowie ihr Bruder geschrieben. Laura freute sich zwar immer
wenn sie Nachrichten von zu Hause oder Freunden bekam, momentan aber verspürte
sie nicht die geringste Lust die Mails zu beantworten.
Einen kurzen Blick auf
eine Nachrichtenseite und den Wetterbericht ließen sie wissen, dass mit einer
Wetterbesserung erst am Sonntag zu rechnen ist. Laura starrte auf den
Bildschirm und öffnete dann Google.
Ohne zu wissen wonach sie
suchte tippte sie Jon Bon Jovi ein. Einen Klick später blickte ihr Jon auf zig
Seiten entgegen und Laura begann zu lesen. Sie surfte von einer Seite zur
nächsten und sauge die Informationen über Jon wie ein Schwamm auf. Jon der
Musiker, Jon der Schauspieler, Jon der Geschäftsmann und schließlich Jon der
Familienvater.
Laura kannte zwar
natürlich seine Band und war auch schon auf ein paar Konzerten gewesen, das
Privatleben der Musiker hatte sie bis jetzt aber noch nie beschäftigt.
In einem Forum blieb sie jedoch
bei einem Foto von Jon und seiner Frau hängen. Jemand hatte einen Link gepostet
der zu einem Foto der beiden führte.
Laura überflog danach die Kommentare zu dem Foto und traute ihren Augen kaum.
Die Mitglieder des Forums diskutieren doch tatsächlich darüber, wie gut Jon
doch auf dem Foto aussah und wie langweilig seine Frau neben ihm wirkte. Einige
„Fans“ beschimpften Dorothea und ließen kein gutes Haar an ihr. Laura schloss
die Seite und hatte plötzlich etwas Mitgefühl mit Jon, seiner Familie und
Prominenten im Allgemeinen.
Wie furchtbar musste es
sein auf Schritt und Tritt von der Presse verfolgt zu werden. Auf einer Seite
hatte sie gelesen, dass Jon – so gut es eben ging – versuchte seine Kinder aus
dem Presserummel um seine Person herauszuhalten. Laura fand diese Entscheidung
sehr gut, wusste sie doch wie sehr andere Promis ihre Kinder ins Rampenlicht
drängten.
Laura schaute sich gerade
die offizielle Bon Jovi Seite an als ihr Handy piepte. Auf dem Display erschien
eine unbekannte Nummer. Neugierig öffnete sie die SMS.
11:03 Hey sweetheart, sleep well? Anything you need
help with ;-) Jon
Laura fühlte sich wie in
einem Paralleluniversum. Gerade hatte sie sich Informationen über die Band
angeschaut. Jetzt schrieb Jon ihr eine SMS.
Sie starre ihr Handy an
und las sie Nachricht noch einige Male.
Was
will er?
Gestern war er der
perfekte Gentleman gewesen und hatte ihr aus der Patsche geholfen. Heute jedoch
gab es streng genommen keinen Grund mehr warum er sich bei ihr meldete.
Ohne sich weiter groß
Gedanken zu machen tippte Laura eine Antwort.
11:05 Thanks!
Could you stop the rain, please ;-)
11:06 :-) I wish I could, I wanted to go for a run today ….
11:07 Me too.
Rockstar needs to stay fit, huh?
11:08 Yep, no
one wants to see a fat old man. Mind if I join you for a run one day?
11:08 Not at
all.
11:09 :-) Need to go. Take care!
Laura starrte das Handy in
ihrer Hand an. Langsam stand sie auf, ging zu ihrem Fenster und öffnete es.
Frische Luft würde ihr gut tun. Frische Luft würde ihr helfen wieder auf den
Boden der Tatsachen zu kommen.
Einige Minuten später war
Laura zwar wieder in der Realität angekommen, ihre Gedanken kreisten aber immer
noch um Jon, ihr Treffen und seine SMS. Laura musste sich eingestehen, dass sie
nicht damit gerechnet hatte sobald – wenn überhaupt – von ihm zu hören. Nichts
desto trotz, sie hatte sich gefreut.
Aber nun wollte er mit ihr
Laufen gehen. Was sollte sie bloß davon halten?
Jon
Bon Jovi, mein neuer Laufkumpel! Wer hätte das gedacht?
Nein, so konnte das nicht
weitergehen. Sie musste aufhören sich den Kopf darüber zu zerbrechen. Noch viel
wichtiger war aber im Moment, dass sie aufhören musste das Internet nach
Informationen über ihn zu durchsuchen.
Diesen Vorsatz setzte sie
sofort in die Tat um. Sie schloss alle noch offenen Fenster in ihrem Browser
und fuhr den Computer hinunter. Wenn sie nur ihre Gedanken ebenso leicht
„hinunterfahren“ könnte.
Hallo, keine Angst, ich lass dich nicht im Stich, kann dir nur nicht versprechen, dass ich jeden Tag hier bin! Schön, wenn es noch so viel zu erzählen gibt.
AntwortenLöschenIch kann mich da in Laura gut reinversetzen, ich wüsste auch nicht, wie ich mich verhalten sollte. Das ist ja schließlich keine alltägliche Situation. Freu mich schon auf die Fortsetzung!
Lg
Ilona
Du bist entschuldigt ;-)
AntwortenLöschenLaura ist wirklich in einer außergewöhnlichen Situation. Wir werden sehen wie sie damit umgeht ....
Viel Spaß beim Weiterlesen!