Der Donnertagmorgen war bei den Bongiovis relativ ruhig
verlaufen. Vor den Kindern blieb Dorothea betont freundlich, trotzdem sprach
sie mit Jon nur das absolut Notwendigste. Jon hatte mittlerweile aufgegeben
sich weiter bei seiner Frau zu entschuldigen. Er hatte schließlich kein
Kapitalverbrechen begangen und ihre ständigen Vorwürfe trieben ihn in den
Wahnsinn.
Er stellte seine Kaffeetasse in den Geschirrspüler und
war einfach nur froh endlich zu den Proben gehen zu können. Klar, er liebte
seine Familie und er wusste, dass er seine Frau oft genug alleine ließ aber es
war bei Gott nicht so, dass er sich um nichts kümmerte. Wenn er nicht gerade
auf Tour war versuchte er so viel Zeit wie möglich mit seinen Kindern und
seiner Frau zu verbringen.
Dorothea saß mit der Zeitung und einer Tasse Kaffee an
der Kücheninsel. Sie blickte
auf als Jon sich von ihr verabschiedete. „Ok, I`m on my way, rehearsals start
at nine and afterwards I have stuff to do. It`s gonna be late, bye!”
Jon wartete auf eine Reaktion, doch diese blieb aus.
***
Laura warf einen letzten Blick in den Spiegel und
befand, dass ihr das neue Laufoutfit wirklich gut stand. Sie band sich ihre
langen Haare schnell noch zu einem Pferdeschwanz, setzte eine Kappe auf,
sperrte ihren Spind in der Umkleide zu und machte sich auf den Weg zum Central
Park. Die 65., wo sie sich mit Jon treffen sollte, war nur ein paar Blocks von
ihrer Schule entfernt und sie hatte ausreichend Zeit.
Den ganzen Vormittag hatte sie es weitestgehend
geschafft nicht an ihr „Lauf-Date“ zu denken. Donnertag war der Tag an dem sie
die meisten Stunden unterrichtete und keine Freistunde hatte. Normalerweise
verfluchte sie diesen sehr anstrengenden Tag. Heute war sie aber dankbar, da
sie so einfach keine Zeit hatte zu sehr über alles nachzudenken.
Jetzt aber, wo das Zusammentreffen in Greifweite lag,
wurde sie mit jedem Schritt nervöser. So sehr sie auch bemüht war sich zu
beruhigen, das mulmige Gefühl in ihrem Bauch wollte einfach nicht mehr
vergehen.
Als sie um die Ecke 65. und 5th Avenue bog konnte sie
auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits Jon entdecken. Er trug
dunkelblaue Shorts, ein graues T-Shirt, eine Kappe und eine Sonnenbrille. Seine
„Tarnung“ schien zu funktionieren, denn die vorbeigehenden Passanten würdigten
ihn keines Blickes.
Laura überquerte die Straße als er sie offensichtlich
entdeckte. Er winkte ihr zu und lächelte sie an. „Hey sweetheart, ready for a
run?“, begrüßte er sie mit einem Grinsen. „Hey, I`m ready if you are“, entgegnete sie ihm.
Mittlerweile standen sie sich gegenüber und Laura
wollte ihm gerade ihre Hand entgegenstecken - sie hatte nahezu den gesamten gestrigen Abend
überlegt “wie” sie ihn begrüßen sollte - als Jon ihr diese Entscheidung abnahm
und ihr einen Kuss auf die Wange drückte.
Schweigend liefen sie die nächsten Minuten in den Park
und dann weiter in Richtung Norden. Laura war erstaunt wie schnell sich wieder
an seine Gegenwart gewöhnte und wie wohl sie sich neben ihm fühlte.
„So tell me, how
was school today?“, nahm Jon das Gespräch wieder auf. “Well, I survived! No, to
tell you the truth Thursdays are always hard but everything is fine at school.
What have you been up to? Rehearsals going fine?”
“Yeah, we`re having
a good time playing acoustic. I came up with some new ideas and so far I like
what they sounded. There`s gonna be lots of violins and cellos but I shouldn’t
tell you everything now. I don`t want to spoil the surprise.” “Now I`m really
curious about the show. Thanks for inviting me, Jon.”
“It`s my pleasure,
sweetheart. With whom are you going, anyway?” “Well that`s a
funny story”, begann Laura Jon die Geschichte über Paul zu erzählen. Jon hörte
gespannt zu und lachte auch einige Male aber Laura hätte schwören können, dass
Jon nicht hundertprozentig mit der Wahl ihrer Begleitung einverstanden war.
Die beiden liefen ruhig nebeneinander weiter. Sie
hatten schnell ein für beide angenehmes Tempo gefunden und genossen die letzten
Sonnenstrahlen des Tages. Mittlerweile waren sie beim großen See angekommen und
Jon machte den Vorschlag noch eine Runde um den See zu machen. Danach würden
sie sich auf den Rückweg machen.
„You are in pretty good shape, sweetheart. Do you work out a lot?” “Thanks, I try to go running
and thought about joining a gym but I`m not sure if I like doing sports
indoor.” “I can understand that. When we are on tour I always work out in gyms
because I don`t want to get recognized”, erklärte er.
“I can`t even
imagine being in the spotlight all the time.” “Well, it`s not all the time, you
know. Back in Jersey and here in New York it`s not that bad. People are used to
seeing me around so I don`t get bothered too often.”
Die beiden liefen weiter um den See und unterhielten
sich. Jon stellte jede Menge Fragen und war ein interessierter Zuhörer. Laura
wiederrum genoss seine Gegenwart und blühte richtig auf.
I could listen to
her all day. She`s really beautiful when she smiles.
Auf dem Rückweg zur 65. Straße überlegte Laura, ob sie
noch vorschlagen sollte gemeinsam etwas trinken zu gehen. Sie konnte oder
vielmehr wollte ihn noch nicht gehen lassen. Sein graues T-Shirt war inzwischen
verschwitz und klebte an seiner Brust. Laura konnte sich einen weiteren Blick
in seine Richtung einfach nicht verkneifen.
Er schaut selbst
verschwitzt einfach noch zum Anbeißen aus.
„Enjoying the view?“, meinte Jon, der ihren Blick
beobachtet hatte, mit einem Grinsen im Gesicht. Laura stieg, wieder einmal, die
Röte ins Gesicht. Wenigsten konnte sie diesmal behaupten, dass das Laufen der
Grund dafür war.
Als ob dir das
irgendjemand glauben würde.
Laura überlegte krampfhaft aber es wollte ihr beim
besten Willen keine schlagfertige Antwort einfallen. Jon hingegen genoss es
sichtlich, dass Laura sich ertappt fühlte und fragte weiter: „Cat got your
tongue?“
„Very funny,
smartass and I always thought that you`re a nice guy”, entgegnete sie ihm
lachend. “I`ll try to behave, sweetheart. How about if I buy you a drink and a
snack?”
“Sounds good to me
but where do you wanna go all sticky and sweaty?” “I
like you all sweaty”, erwiderte Jon mit einem schelmischen Grinsen. „But I get the point, you do have clean clothes at you
school, right?” Als Laura nickte erklärte Jon weiter “My old apartment is five
minutes from the park. I used to stay there when we were still living in Jersey
and I had stuff to do in the city. You could get your stuff and take a shower
there.”
Laura überlegte einen Moment und stimmte dann zu. Was
war schon dabei? Sie würde nur mit einem verschwitzen und verdammt gut
aussehenden Jon Bon Jovi in dessen Zweitwohnung gehen. Sie müsste verrückt sein
dieses Angebot auszuschlagen.
Ach wie schön ... was da in Jon's Zweitwohnung so alles passieren könnte ;-)
AntwortenLöschenDas kannst du bereits nachlesen. Viel Spaß und Danke!
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