Sie bezahlten,
verabschiedeten sich noch von Larry, der es sich nicht nehmen ließ Jon noch
einmal an seine Manieren zu erinnern und verließen die Bar.
„So tell me sweetheart, where do we have to go?“ “It´s
just a short walk in this direction”, erklärte Laura und zeigte in die
Richtung, in der ihre Wohnung lag.
Nebeneinander marschierten
die beiden los als Laura plötzlich etwas einfiel. „Hey, wait what about that friend of yours?“ „Don`t
worry, I already told him that we have to reschedule our meeting.” “You
shouldn`t have done that, I feel bad for not letting you catch up with your
friend”. “Trust me, it`s really ok, sweetheart”, erklärte er mit
einem schelmischen Grinsen.
Laura schaute ihn an,
musste nun auch lächeln und wusste, dass es keinen Sinn machen würde ihm erneut
zu widersprechen. Der Mann wusste was er wollte und ließ sich durch nichts
davon abhalten. Aktuell wollte er offensichtlich sie nach Hause begleiten.
Schweigend marschierten
sie weiter in Richtung Wohnung. Mittlerweile war es späterer Abend und es waren
wesentlich mehr Leute unterwegs als noch Stunden zuvor. Williamsburg war ein
beliebtes Ausgehviertel und insbesondere Künstler vertrieben sich hier die
Zeit. Das Ambiente und die junge Bevölkerung waren auch der Grund warum es
Laura in diese Ecke der Stadt gezogen hatte.
Das Viertel galt seit
einigen Jahren als hip, was leider auch die Mietpreise in die Höhe getrieben
hatte. Trotz allem war die Wohngegend, verglichen mit Manhattan, noch relativ
günstig und Laura schaffe es mit der U-Bahn in einer knappen halben Stunde von
ihrer Wohnung zur Schule. Für New Yorker Verhältnisse ein Katzensprung.
Mittlerweile hatten sie
das Haus, in dem Lauras Apartment war, erreicht und sie öffnete die
Eingangstür. „Well that was easy, wasn`t it?“, bemerkte Jon dazu grinsend. „Ha,
ha!“, Laura konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
Nebeneinander stiegen sie
die Treppen zu Lauras Etage empor und blieben schließlich vor ihrer Wohnungstür
stehen. „Ok, that`s the key, hopefully you are luckier than I was”, meinte
Laura als sie Jon den Schlüssel überreichte.
Er nahm den Schlüssel,
steckte sie in das Schlüsselloch und versuchte die Tür zu öffnen. Wie früher
bei Laura ließen sich der Schlüssel auch jetzt keinen Millimeter bewegen. Fast
etwas erleichtert sah Laura Jon mit erhobenen Augenbrauen an. „Told you“. „Ok,
let me see“, überlegte Jon, lehnte sich gegen die Türe und versuchte diese so
zu öffnen. Wieder ohne Erfolg.
Einige Minuten vergingen
in denen Jon weiter versuchte den Schlüssel zu drehen. Laura hatte mittlerweile
die Hoffnung aufgegeben und erinnerte Jon an den Schlüsseldienst, der ja
ohnehin bald kommen müsste als plötzlich das Schloss knackte und sich der
Schlüssel umdrehen ließ.
Jon
grinste Laura stolz an und fragte „anything else you want me to help you
with?“. “Well the walls need painting since you are already here”, antwortete
sie lachend. “Just joking, thank you so much Jon”. “Anytime, sweetheart”.
“You wanna come in, I think there is beer in the fridge”, hörte Laura
sich plötzlich sagen. “Sure, why not, thank you”, nahm Jon ihre
spontane Einladung sofort an und sie gingen in die Wohnung.
Was
in Gottes Namen machst du da? Er wäre bestimmt froh endlich nach Hause zu
kommen und du verdonnerst ihn dazu noch länger zu bleiben. Andererseits, er ist
ein erwachsener Mann, niemand zwingt ihn dazu eine Einladung anzunehmen.
„Nice place“, bemerkte Jon
als er sich ich ihrer Wohnküche umsah. Lauras Wohnung war klein aber fein. Sie
hatte zwei Räume. In einem Raum befanden sich eine kleine Kochnische mit einem
runden Tisch, ein Fernseher, ein Sofa sowie ein Bücherregal. Diesen Raum hatte
Laura in einem warmen orange ausgemalt. An den Wänden hingen verschiedene
Bilder sowie Fotos von ihrer Familie und ihren Freunden. Außerdem gab es noch
ein kleines Schlafzimmer in dem ihr Bett und ein Kasten gerade noch Platz
fanden. Dieses Zimmer war komplett in schwarz-weiß gehalten.
Jon schaute sich
interessiert um und Laura bemerkte, wie er sich besonders die Fotos an den
Wänden genauer anschaute. „You
miss your friends a lot?“, frage er nun neugierig. „Yeah, sure but thank god
there is Skype, it makes it a lot easier to stay in touch. And one of my friends
is going to visit me in one month, I`m really looking forward to this”, führte
sie weiter aus.
Jon hörte ihr weiter
gespannt zu, beobachte wie sie zwei Getränke aus dem Kühlschrank nahm und dabei
ihren Hintern genau in seine Richtung streckte. Sie hatte eine wirklich gute
Figur, nicht so verhungert wie viele Frauen heutzutage glaubten sein zu müssen,
sondern Kurven genau an den richtigen Stellen.
Stop starring, asshole, she`s way too young and you
are too old for screwing around.
Laura deutete auf ihr Sofa
und die beiden nahmen Platz. Gerade als sie sich hingesetzt hatte klingelte ihr
Handy. Sie kramte in ihrer Handtasche fand ihr geliebtes IPhone und nahm das
Gespräch an. Es war der Mann vom Schlüsselservice mit dem spanischen Akzent. Er
erläuterte, dass sie in etwa 20 Minuten zu ihr kommen könnten. Laura erklärt
ihm, dass sie mittlerweile die Türe öffnen konnten und nun keine Hilfe mehr
brauchte. Der Mann am anderen Ende der Leitung war darüber alles andere als
erfreut und legte kurzerhand ohne Verabschiedung auf.
„Let me guess, he`s
pissed“, meinte Jon der das Gespräch nicht überhören konnte. „You could say that“. „Just forget about it, it`s not
worth thinking about it“, versuchte er sie zu trösten. “You are right, I`m in
my apartment that`s most important after all”.
“So tell me, the good looking guy in the picture over there, is this
your boyfriend, sweetheart?”, fragte er nun neugierig. Laura lachte “no, that’s
my brother Tom, he is five years older but we are very close, I miss him a
lot.”
“Ok,
that explains why he is such a handsome man”, erwiderte Jon und brachte Laura
mit seinen Komplimenten ganz schön in Verlegenheit.
Er
flirtet mit mir eindeutig! Oh Gott! Beruhige dich, er ist einfach nur
freundlich und auch der nette Verkäufer im Deli um die Ecke nennt dich Sweetheart.
Kein Grund auszuflippen.
Jon kam nicht umhin zu
bemerken, dass Laura bei seinen Komplimenten sichtlich errötete. „I don`t wanna
make you feel uncomfortable“, entschuldigte er sich nun. „I`m sure you are tired and I should leave you alone“.
“No!”,
kam ihre Antwort viel zu vehement und rasch. “I mean, I`m not tired and I
really enjoy your company“, versucht sie sich möglichst elegant aus der Affaire
zu ziehen.
Gut gemacht, jetzt hält er
dich für eine komplette Idiotin!
„Me too”, meinte Jon
daraufhin nur. schweigend sahen sie sich einen kurzen Moment in die Augen.
What am I getting myself into? I really should get
going.
Ein weiteres Bier später
unterhielten sich die beiden immer noch über Gott und die Welt. Laura hatte
herausgefunden, dass Jon gerade Songs für ein neues Album schrieb und außerdem an
verschiedenen Charityprojekten arbeitete.
Die meiste Zeit des
Gesprächs aber stellte Jon Laura eine Frage nach der anderen. Er war ein
interessierter Zuhörer und bemerkte rasch über welche Themen Laura gerne
sprach. Immer wieder brachte er das Gespräch deswegen auf ihren Beruf als
Lehrerin und ihre Heimat, denn diese Themen zauberten Laura garantiert ein
Lächeln auf die Lippen und brachten ihre Augen noch ein bisschen mehr zum
Strahlen.
„What kind of music are you into?“, lautete seine nächste Frage. “Well,
there`s lot`s of stuff I like but mostly
rock, sometimes a little bit of country. Since I live here I discovered Keath
Urban and really like some of his songs.” “He`s really good, I ran into him the
last time I was in Nashville, we even played some songs together.”
Die beiden unterhielten
sich weiter über Musik und Laura erzählte schließlich doch noch, dass sie auch
seine Musik gern mochte und ihn schon zweimal live gesehen hatte. Eigentlich
wollte sie ihm diese Tatsache verschwiegen aber mittlerweile musste er ohnehin
schon herausgefunden haben, dass sie kein verrückter Fan war schließlich hatte
sie ihn zuerst nicht einmal erkannt.
„We are playing a small show next Saturday. If you don`t have any plans
you are very welcome”. “Thanks, I`d love to come”, nahm sie seine Einladung
gerne an. “You`re welcome, the show is in a club in Manhattan, it`s acoustic so
it`s probably not like the shows you have already seen”, erklärte er weiter.
“Sounds good to me, tell me when and where and I`ll be there.” “Just give me
your number and I`ll text you the details”.
Like you couldn`t just tell her now.
Laura gab ihm ihre Nummer,
widerstand aber der Versuchung ihn nach seiner zu fragen. Mittlerweile war es weit
nach Mitternacht und Laura konnte ein Gähnen nicht länger unterdrücken.
„I really should let you sleep you look really tired”.
Laura
widersprach ihm nun nicht mehr, sie war müde. Es war unmöglich diese Tatsache
zu leugnen.
„I really had a nice evening after all. Thanks Jon.” “It was my
pleasure, sweetheart”.
Inzwischen standen sie
an ihrer Tür und Laura zerbrach sich gerade den Kopf darüber wie sie sich nun
angemessen von ihm verabschieden sollte.
„Well I guess I`ll see you at the concert. I`ll
let you know everything”, verabschiedete er sich nun von ihr.
„Thanks again and good night“. “You take care and sleep
well” erwiderte Jon bevor er sich umdrehte und den Gang entlang in Richtung
Stiegenhaus ging.
Laura schloss die Tür und
setzte sich geradewegs nochmals auf ihr Sofa.
Was für ein Abend. Zuerst
kam sie nicht in die Wohnung und alles begann miserabel. Dann jedoch nahm der
Abend eine unvorhergesehene Wende. Wer rechnet schon damit einen Rockstar
kennenzulernen?
Sorry, bin leider heute erst zum Lesen gekommen.
AntwortenLöschenSchön, dass sich die beiden näher kommen. Bin ja gespannt, wie sich das zwischen den beiden noch entwickelt. Hoffentlich geht's bald weiter.
Lg
Ilona
Vielen Dank für deine Kommentare. Morgen geht es weiter :-)
LöschenOh vielen Dank!
AntwortenLöschenSchade, dass ich immer die einzige bin, die hier kommentiert!
Finde ich auch :-( Also lass mich bitte, bitte nicht im Stich ;-)
LöschenGanz ohne Kommentare fehlt mir sonst sicher die Motivation weiterzuschreiben. Dabei gäbe es noch so viel zu erzählen .....