Story

Laura und Jon, ein modernes Märchen in New York?
Welche Hindernisse werden sich den beiden in die Wege stellen? Ich hoffe ihr begleitet mich auf einer spannenden Reise und teilt mir eure Gedanken mit.

Montag, 19. November 2012

Kapitel 10



Mittwoch nach der Schule schaffte es Laura endlich länger mit Anna zu Skypen. Laura hörte sich gerade den neuesten Klatsch über einige gemeinsame Freunde an als Anna sie unterbrach: „ Hey, Laura, alles ok bei dir, irgendwie bist du so ruhig heut. Muss ich mir Sorgen machen?“

„Ach was, nein, … alles ok hier es ist nur …. ich hab zur Zeit einfach wahnsinnig viel im Kopf.“ „Was denn? Schule oder sonst was?“

Anna kannte ihre Freundin nur zu gut und wusste, dass sie mit Leib und Seele Lehrerin war und dass Probleme in der Schule sie oft auch in der Freizeit noch belasteten. Sie selbst war Ärztin und kannte diesen Wesenszug nur allzu gut. Auch sie konnte nach ihrem Dienst manchmal nur schwer abschalten.

„Nein, Schule läuft eh gut, bis jetzt gib es keine größeren Probleme mit den Kids und die Kollegen sind auch toll. Alles bestens.“

„Ok, dann ist es ja gut. Du, was ich dir noch erzählen wollte …. bitte flippe jetzt nicht aus …. aber ich hab deinen Ex gestern getroffen.“ „Wie? Simon?“ „Nein, deinen anderen Ex, Laura! Natürlich Simon, ich war gestern im MoXX Cafe trinken und da kam er auf einmal mit Xenia, der fiesen Kuh rein. Erst hat er mich gar nicht gesehen, dann hat er mich aber entdeckt und so getan als würde er mich nicht kennen. Feiger Hund!“

„Xenia also, hmm und meinst du die Zwei sind zusammen?“, fragte Laura neugierig nach.  Simon hatte Laura damals mit Xenia betrogen ihr aber immer beteuert, dass es sich nur um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt hatte.

„Was weiß ich, ist ja auch egal, ich hatte nur trotzdem das Gefühl dir das sagen zu müssen“, gab Anna ehrlich zu. „Danke, dass du mir das erzählt hast aber weißt du was …. ich hab mit der Sache abgeschlossen. Simon hat lange genug alle meine Gedanken beherrscht, soll er von mir aus mit Xenia zusammen sein.“

Anna lauschte ihrer Freundin und war mehr als überrascht über all diese neuen Ansichten.  Wie oft hatte sie Laura erklärt, dass sie mit der Vergangenheit abschließen musste. Die Zeit heilt alle Wunden. In Lauras Fall schien sich dieser Spruch nun endlich doch zu bewahrheiten.

„Endlich Mädchen, hast du begriffen, dass es eine Zukunft ohne diesen Typen gibt. Gratuliere! New York scheint dir wirklich gut zu tun. Ich vermisse dich zwar wahnsinnig aber ich merke, dass es dir guttut dort  zu leben. Und wer weiß, vielleicht ist ja dein Mr. Right ein Amerikaner!?“

„Hmm, ja, wer weiß“, versuchte Laura möglichst nicht auf den letzten Kommentar ihrer Freundin zu reagieren. Anna aber kannte sie nur zu gut und hackte sofort ein: „Laura muss ich irgendetwas zu dem Thema wissen? Sag schon, gibt’s da jemanden?????“

„Ja, …. nein, also eigentlich nicht.“ „LAURA, spuck es aus mir kannst du nichts vormachen!“ „Ok, es gibt da jemanden der mir vielleicht gefallen könnte.“

Das ist wohl die Untertreibung des Jahrhunderts!

„Und?“, wurde Anna nun ungeduldig. „Nichts und …. ich hab ihn doch gerade erst kennengelernt.“ Aber du wirst ihn wiedersehen, oder?“ „Ja, werde ich.“ „Und du hast ihn erst einmal gesehen, hmm?“ „Yep“

„Dann scheint Mr. Unbekannt aber einen mächtigen Eindruck auf dich gemacht zu haben.“ „Wieso?“, fühlte sich Laura sofort ertappt. „Ach Laura, was soll ich sagen, du bist wie ein offenes Buch für mich.

***

„Jakey, buddy this is Romeos dinosaur give it to your brother.”  “Nooooo, he has my car!!”, widersprach der Fünfjährige vehement. “My dino, Daddy!”, brüllte Romeo nun los und stürzte sich auf seinen Bruder.

„Stop it, both of you! Why can`t you two play in the same room for five damned minutes?” “I not play with Jake”,  erklärte Romeo mit weinerlicher Stimme.  

Jon sah seinen jüngsten Sohn an und wusste, dass er gleich herzzerreißend weinen würde. Schnell nahm er ihn in seine Arme und sprach beruhigend auf ihn ein. Inzwischen rannte Jacob allerdings wütend aus dem Zimmer. „This ist so unfair!!!!!“, hörte Jon gerade noch bevor Jacob über die Stiege hinaufpolterte.

Ok, I´ll deal with that later!

“Ok, little man please stop crying”, sprach Jon beruhigend auf Romeo ein während er ihm sanft über den Rücken strich. „Why don`t we two look at one of those books you got from your grandma?”  “Mhm, but Jakey no”, stellte der Dreijährige sofort seine Bedingungen. „No, buddy just the two of us, why don`t you pick us a book while I go and get us some cookies?“

In Wahrheit wollte Jon nicht nur die Kekse holen, er musste auch die Gelegenheit nützen und nach Jacob sehen. Schnell ging er in Richtung Küche um dann aber an der Stiege abzuzweigen und zwei Stufen auf einmal in Richtung Obergeschoß zu nehmen. Die Tür zu Jacobs Zimmer war offen, von Jakey fehlte aber jede Spur.

Jon ging zu Jesses Zimmer um dort nach seinem Sohn zu sehen. Ebenfalls erfolglos. Jesse saß vor seinem Computer und schien für die Schule zu arbeiten. Oder aber er surfte im Internet und das Worddokument an dem er tippte diente nur zur Tarnung. Jedenfalls meint er, dass er die beiden kleinen Nervensägen, wie er seine Brüder liebevoll nannte, seit er von der Schule nachhause gekommen war nicht gesehen hatte.

Stephanies Zimmer war ebenfalls leer. Sie war bei einer Freundin und würde erst morgen Abend wieder nach Hause kommen.

Where the hell is he? He can`t disappear in a fucking penthouse, can he?

Jon rief nach seinem Sohn und ging dabei von Raum zu Raum. In Gedanken ging Jon gerade alle früheren Verstecke seines Sohnes durch als er von unten Romeo schreien hörte: „Daddy, come back!“

Wieder zwei Stufen auf einmal nehmend eilte Jon die Stiegen nach unten. „I`m coming buddy!“ Romeo saß bereits auf seinem Lieblingsplatz vor der Couch und hielt ein Buch in der Hand.

„Romeo, have you seen Jakey, did he come back?” Der kleine blonde Junge schüttelte nur den Kopf und schaute dann wieder interessiert die Bilder in seinem Buch an. Er war, ganz im Gegenteil zu Jon, froh seinen Bruder nicht gesehen zu haben.

Fuck, what am I going to do?

Jon lief mittlerweile hektisch durch das Penthouse und rief nach seinem Sohn. Irgendwo musste er doch sein! Nachdem er auch auf der Terrasse nachgesehen hatte beschloss er erneut eine Runde durch den oberen Stock zu machen als er plötzlich Stimmten und Geklapper hörte.

Schnell ging er wieder hinunter und sah seine Frau mit einem weinenden Jacob bei der Türe hereinkommen. Dorothea hielt Jacob fest und sprach leise mit ihm. Jon war erleichtert da er seinen Sohn in Sicherheit wusste. Dorothea jedoch wirkte alles andere als entspannt. Ihre Blicke trafen sich und ohne dass Worte notwendig waren wusste er, dass sie mehr als nur wütend war. Solange die Kinder in der Nähe waren würde sie ihm zwar niemals eine Szene machen aber er kannte sie lange genug um zu wissen, dass er aus dieser Nummer nicht so einfach herauskommen würde.

Als nach dem Abendessen die beiden jüngeren Kinder in ihren Betten waren und Jesse sich wieder hinter seinen Computer zurückgezogen hatte setzte Jon mit einer ersten Erklärung an.

„Look, I`m so sorry but I honestly don`t know how he could slip outside. The door was locked and I swear to God it was like two minutes before I checked on him.” “It was your fucking job to look after the boys!!! I can`t believe you let him go”, kam sofort Dorotheas verärgerte Antwort.

“Stop it, it`s not like I encouraged him to leave the building and anyway nothing happened so could you please calm down.” “Don`t tell me to calm the fuck down, Jon!!!!! I was gone for two hours and you probably forgot that you had to watch your kids. Do you have any idea what could have happened to Jakey?”

“Babe, please …. stop yelling at me, I had everything under control. They were fighting, Jakey was mad and ran upstairs, I tried …..” “Come on Jon, is there a day when these two are not fighting about a fucking toy? You don`t have to tell me ….. I`m here all the time …. I have to be here all the time because you are not!!!!”

“Dot, babe, you are an amazing mother and our whole family works because of you but this could have happened anytime.” “But it never ever happened when I was with the kids!”, schrie seine Frau ihn jetzt an.

“I apologized, I tried to explain but you won`t even hear me out!!”, meinte Jon nun ebenfalls mit erhobener Stimme.

Dorothea blickte ihn an, drehte sich wortlos um und ging in die Küche.

Fucking great!!!

2 Kommentare:

  1. Dankeschön, der Teil ist Dir wieder super gelungen, wie immer halt.

    Das ist aber echt gemein von Dorothea, wie sie Jon da behandelt. Er hat doch wirklich nichts falsch gemacht. Aber für sie hat es wahrscheinlich anders ausgesehen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke!!

      Ja, da haben die beiden wohl einen vollkommen anderen Blickwinkel. Wir wollen mal sehen wie es weitergeht ....

      Löschen

Talk to me :-)
Vorschläge, Kritik, .... hier ist alles willkommen!!