Story

Laura und Jon, ein modernes Märchen in New York?
Welche Hindernisse werden sich den beiden in die Wege stellen? Ich hoffe ihr begleitet mich auf einer spannenden Reise und teilt mir eure Gedanken mit.

Montag, 15. Oktober 2012

Kapitel 2



Sie entschied sich also für das  „Taylors“, öffnete die grüne Tür und musste erst mal ein paar Stufen nach unten gehen. Die Bar war um diese Uhrzeit noch nicht besonders gut besucht. Einige Pärchen saßen an den Tischen, die Plätze an der Bar waren bis auf einen Platz noch frei. 

Laura entschloss sich für einen Platz an der Theke. Sie setzte sich und der rothaarige Barkeeper nickte ihr freundlich zu. Sie ließ den Blick noch einmal über den Raum schweifen und war mit der Wahl des Lokals zufrieden. 

Die Bar sah gemütlich aus, war nicht zu groß und aus den Lautsprechern ertönte leise Musik. Der Mann, der ebenfalls an der Bar saß, schaute kurz von seinem Magazin auf, blickte in ihre Richtung, lächelte sie kurz an und vertiefte sich sofort wieder in seine Lektüre. 

Laura bestellte ein Wodka-Cranberry und ein Wasser. Sie ließ gerade den Tag in ihren Gedanken Revue passieren als der Barkeeper ihr die Getränke brachte.
 „Havin` a bad day?“
 „That obvious?“
 „Well let`s say it`s written all over your face, sweetheart. If it`s a guy I`ll tell you he`s not worth it”, meinte der Kellner mit einem wirklich netten Lächeln.

“Well, I can tell you this time it`s not about a guy, but thanks for asking,” antworte Laura und war wieder einmal erstaunt darüber wie einfach es in den USA war mit jemandem ins Gespräch zu kommen.

 Andere Länder andere Sitten, während es in Wien an ein Wunder grenzte eine nette Verkäuferin oder gar Kellnerin zu treffen war freundlicher Smalltalk wirklich die Königsdisziplin der Amerikaner. Schwieriger war es da schon Freundschaften zu schließen. Laura lebte nun schon fast drei Monate in New York aber bis auf ein paar Einladungen ihrer Arbeitskollegen hatte sie noch keine Freundschaften geschlossen. 

Laura probierte ihren Drink und nickte dem Barkeeper, der sie daraufhin fragend anschaute, lächelnd zu. „Glad, you like it, sweetheart“. 

Mittlerweile kamen immer weitere Leute in die Bar, so dass der Barkeeper sich um seine neuen Gäste kümmern musste und so blieb Laura nichts anderes übrig als ihren Drink zu genießen und die Leute in der Bar zu beobachten. 

Ihr Blick schweifte abermals über die Bar und blieb erneut an dem Mann an der Bar hängen. Er trug eine schwarze Kappe unter der dunkelblonde Haare hervorschauten. Um seinen Hals trug er eine silberne Kette mit verschiedenen Anhängern die lose über einem schwarzen T-Shirt baumelte.

Laura konnte sein Alter auf die Entfernung schwer schätzen doch, egal wie alt er war, zweifelsohne war er attraktiv. Noch immer war er mit dem Lesen seiner Zeitschrift beschäftigt. Der Barkeeper stellte ihm ein neues Bier hin und die beiden wechselten ein paar Worte.

Der Mann hörte dem Barkeeper zu, nickte ein paar Mal und blickte dann direkt in ihre Richtung. Laura fühlte sich sofort ertappt und bemerkte wie die Farbe ihrer Wangen sich der ihres Drinks näherte. 

Oh Gott, wie peinlich, jetzt denkt er bestimmt ich starre ihn an.

Schnell senkte sie ihren Blick und nahm einen (zu) großen Schluck aus ihrem Glas. Sie verschluckte sich und musste husten. 

Okay, es hat immerhin ganze zehn Minuten gedauert, bis du dich zum Affen gemacht hast. 

„You ok, sweetheart?“, fragte der Kellner und schaute besorgt in ihre Richtung. 

Wo ist das Loch im Erdboden, wenn man es einmal braucht? 

Laura nickte nur und hoffte, dass ihre Wangen nicht mehr ganz so rot waren. Etwas vorsichtiger nahm sie nun den letzten Schluck von ihrem Drink und stellte das Glas vor sich hin. Sie nahm gerade ihr IPhone aus der Tasche um die Zeit zu checken als der Barkeeper ihr erneut ein Wodka-Cranberry hinstellte. 

„I didn`t ord..“
„This drink is from the guy sitting over there,“ unterbrach sie der Barkeeper und deutete in die Richtung des Mannes an der Bar. 

Laura schaute in seine Richtung und sah wie er gerade sein Glas hob, ihr zuprostete und sie anlächelte. Er war ungefähr fünf bis sechs Meter von ihr entfernt und trotzdem hatte sie das Gefühl, dass es mit seinem Lächeln gerade ein paar Grad wärmer im Raum wurde.

1 Kommentar:

  1. Ich kann mir schon vorstellen, wer der Mann an der Bar ist ...

    Lg
    Ilona

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