Story

Laura und Jon, ein modernes Märchen in New York?
Welche Hindernisse werden sich den beiden in die Wege stellen? Ich hoffe ihr begleitet mich auf einer spannenden Reise und teilt mir eure Gedanken mit.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Kapitel 16



Den nächsten Tag erlebte Laura wie in Watte verpackt. Sie hatte Mühe sich auf Gespräche zu konzentrieren. Bereits als sie in das Taxi stieg um nach Hause zu fahren hatte sie Probleme dem Fahrer ihre Adresse zu sagen. Zu sehr beschäftigte sie ihr Nachmittag mit Jon. Ständig sah sie ihn vor ihrem geistigen Auge.

Der Tag mit Jon war zu perfekt gewesen. Sie hatte jede Minute mit ihm genossen und hatte jeden Gedanken an seine Familie und vor allem an seine Frau zur Seite geschoben. Jetzt aber wurde sie mit voller Wut von all diesen Gefühlen heimgesucht. Sie hatte eine Affäre mit einem verheirateten Mann.

Moment mal, einmal Sex zu haben ist noch keine Affäre.

Familie und Ehe hatten einen sehr hohen Stellenwert in Lauras Leben. Sie selbst kam aus einem intakten Elternhaus um das sie ihre Schulfreundinnen immer beneidet hatten. Ihre Eltern führten eine harmonische Ehe und hatten Laura und ihren Bruder mit eben diesen Werten erzogen.

Laura hatte das Gefühl all diese Werte mit Füßen getreten zu haben. Andererseits war ja nicht sie verheiratet, sondern Jon. Wenn also jemand ein schlechtes Gewissen haben sollte, dann war das wohl er. Mit dieser Schlussfolgerung fürs erste zufrieden packte Laura einen Stapel Bücher und machte sich aus dem Konferenzzimmer auf den Weg in die nächste Klasse.

Zumindest in den nächsten 50 Minuten würde eine Gruppe von 24 aufgeweckten 6jährigen sie von jedem Gedanken an Jon abhalten.

Bereits an der Klassentür wurde sie von Jeremy empfangen, der ihr wild gestikulierend erzählte, dass er sich gerade mit Milo gestritten hatte und dieser nun in der Leseecke saß und weinte. Offensichtlich plagte den kleinen Mann nun das schlechte Gewissen. Laura stellte die Bücher auf den Lehrertisch und ging dann mit dem sichtlich niedergeschlagenen Jeremy in die Leseecke.

Keine Zeit für weitere Gedanken.

***
Als Jon in seinem Penthaus ankam war es bereits kurz vor elf und die Wohnung lag im Dunkeln. Er ging in die Küche, öffnete den Kühlschrank und nahm ein Bier heraus. Die kühle Flüssigkeit war genau was er jetzt brauchte.

Zuerst hatte er überlegt noch einen kurzen Zwischenstopp in einer kleinen Kneipe unweit seiner Wohnung einzulegen. Jetzt aber war er froh sich dagegen entschieden zu haben. Er wollte kein geselliges Treiben, er brauchte die Stille.


Mit dem Rücken an den Kühlschrank gelehnt trank er sein Bier und schaute auf die Lichter der Stadt. Er fragte sich, ob Laura wohl auch schon in ihrer Wohnung war.

Stop thinking about her, asshole! You wanted her, you had her. Mission accomplished.

In seine Gedanken versunken bemerkte Jon erst im letzten Moment, dass Dorothea die Treppen heruntergekommen war und in der Tür stand. Für einen kurzen Moment sahen sich die beiden in die Augen bevor seine Frau das Schweigen brach.
„How was your day, Jon?“ “It was a long one, I`m pretty tired. I just needed a beer before going to sleep.”

Dorothea nickte. “I`m sorry.” Ihre Worte waren nicht viel mehr als ein Flüstern und Jon war sich zuerst nicht sicher sie richtig verstanden zu haben. Fragend blickte er sie an.

„I overreacted. It wasn`t your fault that Jakey ran away. I shouldn`t have yelled at you.” Wieder entstand eine Stille zwischen den beiden. “Thanks for telling me. Does that mean we are good?“ Dorothea nickte und zum ersten Mal seit ihrem Streit umspielte ein kleines Lächeln ihre Lippen.

Jon ging auf seine Frau zu und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Mit einem „I`m glad“, nahm er sie bei der Hand und gemeinsam gingen sie die Treppen hinauf.

Vor dem Schlagzimmer blieb Jon stehen und ließ ihre Hand los. „I wanna check on the boys and I need to shower. Go to sleep, babe.” “Good night, Jon.”

Romeo lag an seinen riesigen Stoffhasen “Mr. Ear“ gekuschelt in seinem Bett. Behutsam strich Jon ihm über die blonden Haare und küsste seinen Sohn. „I love you buddy.“

Leise zog er die Türe zu und ging den Gang entlang zu Jakeys Zimmer.

***
Laura erwachte am Samstagmorgen durch ein Vibrieren ihres Handys. Verwundert setzte sie sich auf und blickte sich um. Sie hätte schwören können für heute keinen Wecker gestellt zu haben. Da das Display ihres IPhones aber noch leuchtete und erneute kurz vibrierte schob sie die Decke zur Seite und stand auf.
Sie schnappte sich das Telefon und entsperrt es.  Nicht der Wecker, sondern eine SMS hatte sie aufgeweckt.

08:03  Thinking about you. XX J.

Ohne eine Antwort zu tippen nahm Laura das IPhone und kroch wieder in ihr Bett. Die Decke bis über den Kopf gezogen versuchte sie noch einmal einzuschlafen.

4 Kommentare:

  1. Wieder einmal super gelungen! Immer wenn es am spannendsten ist, ist der Teil zu Ende ;-)

    Da sind wohl doch mehr Gefühle im Spiel, als Jon sich selbst eingestehen will. So ist das halt nunmal im Leben, dass man Gefühle nicht einfach abschalten kann. Ich kann das gut nachvollziehen.

    Wünsche Dir auf diesem Wege ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein paar ruhige und erholsame Tage!

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  2. Hallo, zunächst mal ein glückliches und erfolgreiches aber vor allem ein gesundes neues Jahr! Ich hoffe, Dir geht es gut! Hab hier lange nix mehr von Dir gehört!

    Lg
    Ilona

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    1. Hier endlich wieder ein Lebenszeichen von mir. Ich wünsche dir auch ein ganz tolles und vor allem gesundes neues Jahr. Bei mir ist es in letzter Zeit ein bisschen drunter und drüber gegangen aber das kennst du ja sicher ;-) Jetzt wird es aber hoffentlich wieder etwas ruhiger und ich kann öfter etwas posten. GLG :-)

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  3. Danke!

    Mach dir keinen Stress! Ich kenn das nur zu gut! Bei uns geht es eigentlich immer drunter und drüber ;-) Auf jeden Fall freu ich mich immer riesig, wenn du einen neuen Teil postest, aber es soll für dich nicht in Stress ausarten.

    Lg
    Ilona

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